Ciao Zagato

Zum Jahreswechsel hat das Zagato in der Bergmannstr. an der Marheinekehalle geschlossen.

Jahrzehntelang Garant für einfache italienische Kultur gab es nahezu diesselbe Speisekarte, dieselben Bilder von Zagatos, dasselbe Essen und dieselbe hausgemachte Stimmung. Ein wenig Melancholie wehte einen manchmal an, ob Heimweh oder wegen der Verrücktheit dieses kleinen Raums, der so unbestechlich italienisches Wesen verkörperte, verrückt von seinen Wurzeln, ist nicht ausgemacht.

Ein Ort echten Lebens, mit der Noblesse der Einfachheit und unaufdringlicher Leistung. Eine Bar voll mit Erzählungen von Sorgen und Freuden. Ein schöner und ruhiger Ort.

Ich war nicht oft genug da, merke ich jetzt wieder. Das letzte mal lange im Spätsommer, als die Nächte noch lau waren saßen wir auf der Straße.

Mit Peroni und Sanbitter.

Der Koch erzählte und telefonierte

und erzählte. Und nach der Arbeit schob er seine Moto Guzzi, die so alt schien wie er selbst ein gutes Stück von den Häusern weg auf die Straße, rücksichtsvoll, selbstverständlich.

Ich habe selbst das Ende zu spät bemerkt.

Ciao Marco, Grüße die Familie. Danke und Füße runter von die Heizung, zacki, zacki.

s.a.: die Bergmannstraße, Kreuzberg´d

Ein Gedanke zu „Ciao Zagato

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